Qi Gong und Krebs
Eine Krebserkrankung stellt Körper und Seele vor große Herausforderungen. Qi Gong kann in dieser Zeit eine wertvolle Begleitung sein. Die sanften, fließenden Bewegungen, die bewusste Atmung und die meditative Achtsamkeit fördern Entspannung, innere Ruhe und das allgemeine Wohlbefinden.
Qi Gong ersetzt keine medizinische Behandlung, kann diese jedoch sinnvoll ergänzen. Viele Betroffene berichten, dass ihnen regelmäßiges Üben hilft, Stress abzubauen, neue Kraft zu schöpfen und wieder einen besseren Kontakt zum eigenen Körper zu finden. Auch während oder nach einer Krebstherapie kann Qi Gong dazu beitragen, Beweglichkeit und Lebensqualität zu unterstützen.
Auch wissenschaftliche Studien weisen in diese Richtung. Mehrere systematische Übersichtsarbeiten und Metaanalysen zeigen, dass Qi Gong bei Krebspatientinnen und Krebspatienten insbesondere die Lebensqualität verbessern, Ängste und depressive Beschwerden verringern sowie krebsbedingte Fatigue (Erschöpfung) lindern kann. Darüber hinaus gibt es Hinweise auf positive Effekte hinsichtlich der kognitiven Leistungsfähigkeit und der besseren Verträglichkeit der schulmedizinischen Therapien.
Im Mittelpunkt steht nicht die Krankheit, sondern der Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen und Ressourcen. Qi Gong lädt dazu ein, Schritt für Schritt Vertrauen in die eigenen Kräfte zu entwickeln und den Weg der Genesung achtsam zu begleiten – als unterstützende Maßnahme im Rahmen einer umfassenden medizinischen Behandlung.
Qi Gong ist nicht als Therapie gedacht. Dennoch gibt es immer wieder Berichte, wonach Einzelne mit einer konsequenten Qi Gong Praxis ihre Krebserkrankung geheilt haben. Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin und aus Sicht der spirituellen Praxis ist das durchaus eine Möglichkeit. Dennoch sollte der Fokus auf der Begleitung der Genesung liegen.
Das entspricht auch der Einschätzung der deutschen onkologischen Leitlinien: Qi Gong wird als unterstützende (supportive) Maßnahme angesehen, vor allem zur Verbesserung der Lebensqualität und zur Bewältigung von Fatigue und psychischer Belastung – nicht jedoch als Therapie gegen den Krebs selbst.

